
Sehr geehrte Züchterinnen und Züchter,
die Liebe zur Natur und zum Tier sowie die Freude am züchterischen Wettbewerb auf Geflügelausstellungen, zum Beispiel in der Großtadt Krasnodar, sind die Anlässe, die den natururverbundenen Menschen zur Rassegeflügelzucht führen. Mensch und Tier leben von alters her zusammen. Viele Überlieferungen belegen, dass der Mensch zunächst wilde Hühner zähmte und domestizierte und dann zu Stall- und Haustieren weiter züchtete. In allen Teilen der Erde nimmt das Haus- und Hofgeflügel noch einen besonderen Rang ein.
Die Zucht und Haltung der gefiederten Tiere hat in der Russischen Föderation eine lange Tradition. Bis in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts prägte das Federvieh das Bild der Dörfer und spielt auch heute noch eine wichtige Rolle bei der Selbstversorgung der ländlichen Bevölkerung. Je nach Haltungsbedingungen haben sich in vielen verschiedenen Regionen der Erde Hühnerrassen entwickelt. Die speziellen Gene wurden von dortigen Züchtergemeinschaften mit Sorgfalt erhalten. Eine ausgestorbene Hühnerrasse kann man zwar neu erzüchten, die Tiere sehen gleich aus, aber die rassetypischen Gene sind dann leider für immer verschwunden!
Russische Orloff sind bei Rassegeflügelzüchtern bekannt und haben auch außerhalb der Russischen Föderation weltweit ihre treuen Züchterinnen und Züchter. Hier einige Beispiele:
– Die Hühnerrasse Italiener hat vor der Entwicklung zum Hausgeflügel ihre weißen Eier in den weißen Kreidefelsen an der Küste zum Mittelmeer ausgebrütet.
– Alle Eier der aus Asien stammenden Hühnerrassen sind hellbraun bis braun.
– Selbst die aus Südamerika zuerst nach England exportierten Araucana, deren Ursprung in den südamerikanischen Urwäldern lag, legen türkisfarbene Eier.
Leider sind durch fremde Einkreuzungen aus der Sucht der Importeure, immer neue Farben zu erschaffen, manchmal ein Teil der gelegten Eier leider nur grünlich.
Nun zu der zwischenzeitlich weit verbreiteten Rasse Bielefelder Kennhühner in den Farben Kennsperber und Silber-Kennsperber. Die Rasse trägt den Namen der Stadt, in dieser sie erzüchtet wurde. Ich leitete seitens des Automobilherstellers Opel von einem Büro aus den Opel Außendienst für den Nordwesten Deutschlands und ich wohnte seinerzeit in Bielefeld. Selbst der Oberbürgermeister der Stadt hat die Hühnerrasse in Beisein von TV und Presse am 30. Dezember 1979 hochoffiziell getauft und die Sylvesterausgaben vom 31. Dezember 1979 der norddeutschen Medien brachten einen Bericht in Wort und Bild über diese öffentlichkeitswirksame Maßnahme.
Diese Hühnerrasse besitzt die Gene von Leistungsrassen Amrocks, New Hampshire, Rhodeländer und Welsumer. In das nach mehreren Jahren feststehende züchterische Produkt wurden nochmals gesperberte Mechelner eingekreuzt, um die Fleischqualität kurzfaserig und schmackhafter zu gestalten. Es dauerte dann nochmals 3 Jahre, um den dominierenden Sperberfaktor der belgischen Rasse zu halbieren und die richtige Grundfarbe der Erzüchtungsidee im Mantelgefieder wieder zu erreichen.
Ich versichere den sehr geehrten Leserinnen und Lesern, dass die Zucht beider Farbenschlägestämme von Frau Inna Pesotskaia den höchsten qualitativen Zuchtstand vorzeigen sowie sich mit den besten Zuchten aus dem Erzüchterland messen kann. Inna hat sich tatsächlich sehr intensiv mit allen Merkmalen dieser seit 1980 anerkannten Rasse auseinandergesetzt. Mit Fug und Recht kann ich versichern, dass ihre Bielefelder Kennhühner aus meiner Original-Zuchtlinie entstammen.
Vor Inna verneige ich mich hochachtungsvoll für die erbrachte züchterische Leistung und dass sie für „meine Bielefelder Kennhühner“ in der Russischen Föderation die Fahne für diese Rasse immer hoch hält und Züchterinnen und Züchtern die Feinheiten dieser Rasse erklärt.
Inna und allen Züchtern viel Erfolg.
Ihr Gerd Roth aus Alzey, BRD.

